Fachkongress Referenten

 

Wolfgang Becker

 

 

 

 

Vortrag: Bernard Herrmann - von CITIZEN KANE bis TAXI DRIVER

 

Wolfgang Becker, 1954 im Sauerland geboren, studierte zunächst an der FU Berlin und wechselte 1981 an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Mit seinem Debüt SCHMETTERLINGE gewinnt Becker 1987 u.a. den Studenten-Oscar (Student Film Award) sowie den Goldenen Leoparden des Filmfestivals Locarno.
Dem mit Begeisterung aufgenommenen Tatort BLUTWURSTWALZER (1991) folgt 1992 das Kindheitsdrama KINDERSPIELE, welches den Preis der deutschen Filmkritik erhält.
Im selben Jahr erscheint seine Dokumentation CELEBIDACHE - 38 Jahre nach dem Bruch mit dem Orchester arbeitet der berühmte Dirigent erstmals wieder mit den Berliner Philharmonikern. DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE ist Beckers erste Regiearbeit für die von ihm mitgegründete Firma X Filme Creative Pool GmbH. Der Film feiert 1997 auf der Berlinale seine Premiere und erhält 3 Deutsche Filmpreise.
Mit über sechs Millionen Besuchern gelingt Wolfgang Becker mit GOOD BYE, LENIN! der deutsche Kinoerfolg des Jahres 2003. In über 64 Länder verkauft, wird der Film auch über die Landesgrenzen hinaus zu einem Publikumsrenner. GOOD BYE, LENIN! erhielt zahlreiche Deutsche - sowie Europäische Filmpreise und wurde für den Golden Globe nominiert.
Sein Kurzfilm BALLERO wird zur Auslosung der FIFA WM 2006 weltweit im Fernsehen übertragen. Beckers Beitrag zum Episodenfilm DEUTSCHLAND 09 ist KRANKES HAUS, eine Groteske über die BRD als heruntergekommene Klinik. 2012 realisiert Wolfgang Becker ICH UND KAMINSKI, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmann. Zwischen seinen Projekten hatte Wolfgang Becker eine Professur im Bereich „Regie" an der KHM (Köln) inne, sowie verschiedene Lehrtätigkeiten an der dffb und der Filmakademie Baden-Württemberg.


 

Prof. Dr. Claudia Bullerjahn

 

 Prof. Dr. Claudia Bullerjahn

 Foto: Susanne Hofmann

 

Vortrag: Musik in Computerspielen - Vermarktungspotenzial, Nutzung und Wirkung

 

Dr. Claudia Bullerjahn, geboren 1962 in Berlin, studierte Schulmusik, Biologie, Philosophie, pädagogische Psychologie, Musikwissenschaft und Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und an der Universität Hannover. 1987 machte sie ihr Musik-Lehrer Diplom mit dem Hauptfach Klavier, 1988 folgte das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. 1997 promovierte Bullerjahn mit dem Forschungsthema „Grundlagen der Wirkung von Filmmusik". Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Angestellte und wissenschaftliche Assistentin, um dann die Verwaltung einer Professur für Musik und Didaktik sowie systematische Musikwissenschaft an der Universität Hildesheim zu übernehmen. Sie war von 1991-2005 Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie und ist seit 2005 Mitherausgeberin des Jahrbuchs Musikpsychologie.
Prof. Dr. Claudia Bullerjahn veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Wirkung der Musik in den Medien (Filmmusik, Musikfilm, Werbemusik, etc.), zur Motivation von Instrumentalschülern und jungen Komponierenden und zu Fragen des musikalisch Populären.
Seit 2004 ist Prof. Dr. Claudia Bullerjahn Professorin für Systematische Musikwissenschaft und Musikkulturen der Gegenwart an der Justus-Liebig-Universität in Giessen.

 

 

  

Prof. Dr. Alexander Carôt

 

 

 

Vortrag: Virtuelle Musikwelten - Produktion und Bedeutung von Musik in den neuen Medien (Musik in Computerspielen, virtuelles Musizieren mit Soundjack) 

 

Alexander Carôt absolvierte eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker und studierte "Informationstechnologie und Gestaltung" an der Fachhochschule Lübeck. Er arbeitete dann als freiberuflicher Informatiker, Toningenieur und Musiker. Von 2004 an war Carôt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten tätig, unter anderem an der "International School of New Media" in Lübeck und an der "Portuguese Catholic University" in Porto, Portugal.

Seit Oktober 2010 lehrt Carôt an der Hochschule Anhalt und hat eine Professur für Medieninformatik inne. Er versteht sich als interdisziplinärer Forscher im Grenzbereich der Informationstechnologie einerseits und der audiovisuellen Medien, sowie deren soziokulturellen Auswirkungen andererseits. In diesem Zusammenhang ist er Autor zahlreicher internationaler Publikationen.

 

 

Julia Heimerdinger

 

 

 

 

Vortrag: „Gestorbenen Hexen spielt der Teufel gern mit verstimmten Posaunen auf" - Musik und Ton im Horrorfilm.

 

Julia Heimerdinger studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Psychologie an der HU und FU Berlin und schloss ihr Studium mit einer Arbeit zu Neuer Musik im Spielfilm ab (erschienen 2007 im Pfau-Verlag). Sie arbeitete u.a. im Musikbereich des Podewil - Zentrum für aktuelle Künste Berlin, für das Ensemble zeitkratzer und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In ihrem laufenden Dissertationsprojekt (MLU Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Wolfgang Auhagen) beschäftigt sie sich mit der Sprache der Analyse Neuer Musik.

Ein Forschungsschwerpunkt ist weiterhin das Thema Filmmusik, zu dem sie Vorträge hält und Aufsätze schreibt, darunter zuletzt: »I have been compromised. I am now fighting against it.« Ligeti vs. Kubrick and the music for 2001: A SPACE ODYSSEY (The Journal of Film Music 3.2, 2011).

 

 

Prof. Dr. Jörg Udo Lensing (FH Dortmund)

 

 

 

Vortrag: Psycho-Akkustik im Film - eine Reflexion zu Murmeltieren, Verzerrungen und dissonanten Spektren.

 

Nachdem er in der Jugend Schlagzeug spielte und Klavierunterricht erhielt, um elektronische Instrumente spielen zu können, absolvierte Jörg U. Lensing von 1981 bis 1987 ein Studium im Fach Komposition und elektronische und Computermusik an der Folkwanghochschule Essen. Bereits im Jahr 1982 gründete er die Konzertreihe "Neue Töne", die bis 1988 insgesamt 41 Konzerte mit "Neuer Musik" in Düsseldorf veranstaltete. 1983 schrieb er seine erste Musiktheater-Komposition "Ich will zu Dir - Ach komm doch" für ein Tänzerpaar (Auswahl für die Weltmusiktage 1987). Nach seinem Examen mit der Komposition "Sinfonia" für Klavier und elektronisch produziertes Zuspieltonband, begann er 1987 das zweijährige Aufbaustudium "Neues Musiktheater" an der Musikhochschule Köln als Meisterschüler von Mauricio Kagel. Seit 1987 ist er künstlerischer Leiter des Theaters der Klänge in Düsseldorf. Für dieses und als Auftragswerk für weitere Theater schrieb er bis heute zahlreiche Kompositionen als Bühnenmusik, war aber vorrangig als Regisseur und Choreograph für bis dato 20 Musiktheaterprojekte tätig. Seit 1988 komponiert er Filmmusik zu Künstler- und Dokumentarfilmen und arbeitet dabei besonders eng mit Lutz Dammbeck ("Zeit der Götter", "Dürers Erben", "Das Meisterspiel", "Das Netz") zusammen. Seit Oktober 1996 ist Jörg U. Lensing Professor für "Tongestaltung" an der FH-Dortmund. Er ist Autor des Fachbuchs "Sound-Design·Sound-Montage·Soundtrack-Komposition" und arbeitet heute sowohl als Komponist, als Theaterregisseur, als Lehrender, als Referent, als Autor, wie als Auslandsbeauftragter (Gesandter) des FB-Design der FH-Dortmund und als Übersetzer von englischer und französischer Fachliteratur.

 

 

www.film-sound-design.de          www.theater-der-klänge.de

 

 

Prof. Dr. Georg Maas (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

 

Foto: Gerd Kiermeyer

Foto: Gert Kiermeyer

 

Einführung: Verführer und Verführte - Musiker im Spielfilm

 

Seit 1995 ist Georg Maas Professor für Musikpädagogik am Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Arbeitsschwerpunkte dabei sind Film und Musik, die empirische Unterrichtsforschung, Didaktik der Pop-/Rockmusik sowie Didaktik des Musiktheaters. Seiner Professur voraus ging ein Studium an der Musikhochschule Detmold (Schulmusik, Erziehungswissenschaften) und der Universität Paderborn (Germanistik). Nach seiner Promotion war er als wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent an der Universität Paderborn bis 1995 tätig. Georg Maas publizierte u.a. zahlreiche Schriften zur Symbiose von Film und Musik und hält Vorträge sowie Lehrerfortbildungsveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet u.a. zum Thema Filmmusik. Neben der akademischen Laufbahn produzierte er u.a. die Musik für eine Multivisionsschau der Universität Paderborn und ist als Konzertmeister des Orchesters der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg musikalisch aktiv. 

 

 

Niki Reiser

 

 

 

 

Vortrag: Unbewusstes Denken beim Komponieren für Film

 

Niki Reiser wurde 1958 in der Schweiz geboren. Nach einer klassischen Flötenausbildung studierte er an der Berklee School of Music in Boston Jazz und Klassik mit filmmusikalischem Schwerpunkt. 1983 komponierte er seine ersten Filmmusiken in den USA. In dieser Zeit tourte er auch als Jazzflötenspieler mit dem Ensemble PEOPLE, welches er selbst mitgegründet hatte. Dann zog es Niki Reiser wieder nach Europa, wo er eng mit dem Regisseur Dani Levy zusammen arbeitete. Reiser schrieb die Filmmusik zu "Du mich auch", "Robbykallepaul", "I was on Mars", "Stille Nacht", "Väter" und "Alles auf Zucker". 1996 komponierte er die Musik zu Caroline Links Kinofilm "Jenseits der Stille". Die Filmmusik wurde ein riesiger Erfolg, allein in Deutschland verkaufte sich der Soundtrack 200.000 Mal. Auch die nächsten Filme mit Caroline Link ("Pünktchen und Anton" und "Nirgendwo in Afrika") wurden sehr erfolgreich und Reisers Filmmusik wurde mit verschiedenen Awards geehrt. Im Laufe seiner Karriere gewann Niki Reiser fünfmal den Deutschen Filmpreis für die beste Filmmusik, zweimal den Bayrischen Filmpreis, zweimal den Preis der Deutschen Filmkritik, sowie zweimal den Preis der Foundation SUISA beim Filmfestival Locarno.

 

 

 

Sönke Wortmann
 

 

 

Herr Wortmann, wie haben Sie das gemacht? Sönke Wortmann über Filme, Fußball und Musik (Moderation : Prof. Dr. Georg Maas) 

 

Sönke Wortmann wurde 1959 in Marl geboren. Er studierte an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen und am Royal College of Art in London. Für seinen Abschlussfilm „Drei D" bekam er eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Student Film.
Mit dem Film „Allein unter Frauen" gelang Wortmann 1991 ein erfolgreiches Kinodebüt. 1992 folgte „Kleine Haie", 1994 „Der bewegte Mann", der zum erfolgreichsten Film der 1990er wurde und mit vielen verschiedenen Preisen und Auszeichnungen geehrt wurde. Unter anderem wurde der Komödie der Deutsche Filmpreis, in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller und Beste Regie verliehen.
Nach den Filmen „Der Campus" und „St. Pauli Nacht" führte Wortmann bei seinem ersten Hollywood Film „Der Himmel von Hollywood" Regie.
Mit „Lammbock", versuchte sich Wortmann das erste Mal als Produzent und landete einen großen Erfolg. Seine nächste Regiearbeit „Das Wunder von Bern", begeisterte 3,6 Mio. Kinozuschauer und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Während der Fußball-WM 2006 begleitete Wortmann die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft und brachte im Herbst 2006 den Dokumentarfilm „Deutschland. Ein Sommermärchen" heraus. Der Film wurde zum Kinorenner und zu der mit Abstand erfolgreichsten Dokumentation in Deutschland.
Neben seiner Arbeit als Regisseur ist Sönke Wortmann auch Produzent und geschäftsführender Gesellschafter der Little Shark Entertainment GmbH.