Rückblick 2009 (Internetseite der 2. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt 2009)
  

Die zweite Auflage der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt (30. Oktober bis 1. November 2009) waren aus aktuellem Anlass überschrieben mit dem Motto Ich brauche keine Millionen – 80 Jahre deutscher Tonfilm.

Der dreitägige Fachkongress bot einen Rückblick in die Anfänge des deutschen Tonfilms, erörterte die kontroverse Entwicklung im geteilten Deutschland seit 1961 und gab einen differenzierten Ausblick auf Tendenzen im 21. Jahrhundert. Darüber hinaus wurden Themenschwerpunkte wie soziokulturelle Aspekte des Musikfilms, die Verschmelzung zwischen Radio und Film und die „angewandte“ Musik im Arbeitsprozess mit dem Sounddesign erörtert.
 
Die Referenten kamen aus allen relevanten Bereichen aus Musik und Film, aus Theorie und Praxis – unter anderem die Filmmusikkomponisten Klaus Doldinger („Tatort“, „Das Boot“) und Günther Fischer („Solo Sunny“, „Whisky mit Wodka“) sowie der Autor und Regisseur Prof. Hans Beller und die Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes („Woyzeck“, „Deutschland, bleiche Mutter“, Konstanzer Tatort Kommissarin Klara Blum).

 
Als Abschluss der 2. Filmmusiktage 2009 wurden die Musiker und Interpreten des öffentlichen Galakonzerts am 1. November 2009 in der Oper Halle mit stürmischem Beifall gefeiert. Die Staatskapelle Halle unter der Leitung von Bernd Ruf bot den Zuhörern ein abwechslungsreiches Potpourri durch 80 Jahre deutscher Filmmusik. Als Solistin begeisterte Eva Mattes die Zuhörerschaft mit „Lili Marleen“ oder „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“. Überraschend spielte der Jazzmusiker und Komponist Günther Fischer live im Konzert sowohl das Thema seiner eigenen Filmmusik aus „Einer trage des anderen Last“ wie auch die Titelmelodie aus „Solo Sunny“. Er selbst sagte dazu in seiner Anmoderation: „Ich bin so begeistert von der Atmosphäre des Kongresses und den Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch, dass ich spontan beschlossen habe, selbst im Konzert zu spielen“. Weitere besondere Attraktionen des Galakonzertes war die Inszenierung einer Caprice von Oskar Scala auf einem Mixturtrautonium und die Welturaufführung des Hauptthemas der Filmbiographie „Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika“, der erst im Dezember 2009 in den deutschen Kinos startete.


Rund 80 Teilnehmer (Vertreter der TV-, Film- und Musikindustrie, Musikpädagogen, Musiker, Sounddesigner, Komponisten) aus dem ganzen Bundesgebiet reisten zu dem dreitägigen Fachkongress mit abschließendem Galakonzert an. Dies ist nahezu eine Verdopplung der Kongressteilnehmer im Vergleich zum Vorjahr, als die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt das erste Mal stattfanden. Das Feedback aller Mitwirkenden und Teilnehmer war einhellig positiv: Sie wollen zu den 3. Filmmusiktagen 2010 wieder kommen!